22.10.2014, 09:00 UhrDeutsch | English
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WineTools für Anfänger


Ganz kurz für den, der nicht weiß, was Wine ist: Wine Is Not an Emulator!, ist also keine Emulation eines Betriebssystems, sondern eine Kompatibilitätsschicht.
Wine versucht, die Bibliotheken von Windows unter Linux zur Verfügung zu stellen, um (im Idealfall!) Windowsprogramme unter Linux zum Laufen zu kriegen. Dabei orientiert sich Wine an Windows 98.
Mit neueren Programmen, die nur noch unter Windows XP laufen, wird man also mit Wine zunehmend Probleme kriegen! Wine selbst enthält wohl eine experimentelle DCOM-Implementation (DCOM stellt z.B. OLE -Funktionalitäten zur Verfügung), damit kommen aber viele Programme nicht zurecht. Microsoft erlaubt den Einsatz der Original DCOM98 aber lediglich im Zusammenhang mit einer vorhandenen Lizenz von Windows 98 oder höher!
Ein produktive Verwendung von Wine ist wohl aber nur mit z. B. dieser möglich. Also ist Wine dann doch nicht so ganz frei....

Um dem Anwender vieles Kopfzerbrechen über Konfiguration von Wine und benötigte Programme abzunehmen, wurden schließlich die Winetools entwickelt, mit deren Hilfe sich auch einfach per Mausklick solche grundlegenden Dinge wie der Windows Installer, VB und C+ + Runtimes, ODBC-Datenbank-Engine und Windows Script installieren lassen sowie elementare Windows-Schriften.
Bei alledem gibt es wohl angeblich (soweit bin ich noch nicht vorgestoßen) viele Grenzen:
- So ist wohl z. B. die Installation von Java zum Scheitern verurteilt.
- man soll angeblich kein Original DirectX installieren
- die Installation von Windows-Hardware-Treibern ist zum Scheitern verurteilt
.....
Für alle Experimente mit wine scheint mir die Seite: http://frankscorner.org eine wertvolle Stütze zu sein!

Die WineTools scheinen mir recht stark verwandt mit der kommerziellen Variante von Wine, dem CrossoverOffice von http://www.codeweavers.com . Für erste Tests scheinen mir die Winetools völlig ausreichend. Wer damit an seine Grenzen stößt, kann sich ja auf den Seiten von codeweavers darüber informieren, inwieweit die gesuchte Anwendung bereits unterstützt wird. Für Spiele-Freaks gibt's noch die kommerzielle Variante Cedega (früher WineX) von http://www.transgaming.com mit speziellen DirectX?-Funktionen. Bei den kommerziellen Varianten sind die benötigten Lizenzen für Windows natürlich schon enthalten. (Anmerkung am Rande: wenn man CrossoverOffice 4.2 mit deutscher Oberfläche verwendet, wird die englische Version des Internet Explorers installiert, bei den Wine-Tools kann man die Sprachversion auswählen..... )

Um die Installation von Wine und den komfortablen WineTools geht es in diesem Beitrag. Denn die WineTools scheinen nicht sonderlich gepflegt zu werden, und da hier 3 , eigentlich sogar 4 Räder ineinander greifen (das Linux-System, auf dem installiert wird, das Wine-Grundgerüst (das relativ häufig aktualisiert wird), die WineTools zu deren Konfiguration, sowie die Quellen, aus denen sich einzelne Dateien mittels der WineTools herunterladen und installieren lassen) kann es auch ganz leicht einmal passieren, das in einem dieser Bereiche sich etwas verändert und gleich läuft das System aus dem Ruder....
DAHER VON MIR DIE DRINGENDE EMPFEHLUNG: EINMAL GRUNDLEGEND INSTALLIEREN UND DANN DIE PAKETE GEGEN UPDATES SICHERN! (wie, darauf gehe ich weiter unten ein).

Hier einige Anmerkungen nach meinen bisherigen Erfahrungen unter Debian:

I.) Installation:

Laut LINUX-Magazin Sonderheft 03/05 "Windows und Linux integrieren" (und auch http://www.von-thadden.de/Joachim/WineTools/ , der Webseite eines der Entwickler der WineTools) werden die WineTools 2.1.2 und ausdrücklich! wine_041019 empfohlen.

Downloadquellen von Wine:
Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
  • zum einen die offiziellen Debian-Pakete, die aber laut oben erwähntem Linux-Magazin einen eher schlechten Ruf haben.

  • die von Joachim Thadden empfohlenen alten 20041019 - Pakete findet man z. B. über eine entsprechende Suchmaschine wie http://rpmseek.com beispielsweise unter: ftp://ftp.chg.ru/.5/sourceforge/a/ad/adambots-live/ Ich allerdings habe mit diesen Paketen zusammen mit Winetools 2.1.2 während der Installationen eher schlechte Erfahrungen gemacht, da während des Starts der Winetools aus der Konsole diverse Fehler- und Warnmeldungen auftauchten: Unter anderem wurde angemerkt, daß "wineboot" in der Installation nicht gefunden werden konnte. Daher habe ich mich entschieden, wie

  • in der Anleitung auf: http://www.winehq.org/site/download-deb beschrieben, Wine in die apt sources.list einzutragen und die "Original-Pakete" der Wine-Entwickler per apt-get update / install zu ziehen.Offensichtlich (wie auf http://www.von-thadden.de/Joachim/WineTools/ nachzulesen) gibt es aber immer wieder von Version zu Version Unverträglichkeiten, so daß nach der ersten Installation die Pakete "eingefroren" werden (wie, dazu später). Ob es von winehq auch ein Archiv gibt mit 041019er - Paketen, die evtl. weniger Fehler- und Warnmeldungen liefern als die Debian-Pakete, konnte ich nicht herausfinden.


Winetools:
  • bis vor kurzem gab es im Downloadverzeichnis von WineHQ? noch ein älteres deb-Paket (2.1.1), das allerdings in meinen Sourcen bei Synaptic noch drin und ladbar ist. Ich hab keine Ahnung von welcher Quelle das ist, von winehq oder debian scheint es jedenfalls nicht zu sein.

  • Für die Version 2.1.2 konnte ich kein deb-Paket finden. Man kann sich aber das rpm Paket von hier herunterladen http://ds80-237-203-29.dedicated.hosteurope.de/wt/winetools-2.1.2-jo.i386.rpm und dann mittels Befel:
    alien winetools-2.1.2-jo.i386.rpm
    in ein deb umwandeln welches man dann installiert. Beim ersten Start wird dann aber über eine fehlende XDialog gemeckert. Dazu muß man als root in /usr/local/winetools wechseln und einen symbolischen Link mit
    ln -s Xdialog.builtin Xdialog
    erstellen.

  • Winetools 2.1.2 aus dem Tar-Archiv zu installieren scheint unproblematisch!

II.) Die Konfiguration von Wine und Installation grundlegender Pakete

Wine, das mag "der erfahrene Hase" vielleicht allein über die Konfigdateien per Hand konfigurieren. Der Anfänger aber ist froh, wenn er eine GUI dazu verwenden kann: Das sind die WineTools?!

Für die könnte man zum einen bequem ein Desktop-Icon anlegen, nützlicher - da geschwätziger - ist es aber, sie aus der Konsole mittels wt2 zu starten, die einzelnen Aufrufe und ihre Meldungen sind dann dabei zu erkennen - und man erkennt leichter, wo es hakt!

So stößt man mit den winetools 2.1.1 und 2.1.2 schnell auf den ersten Fehler, wenn man die Base-Konfiguration abarbeitet und die Installation bei der Arial-Schriftart hängen bleibt. Das kommt daher, daß sich die auf Sourceforge die Downloadadresse geändert zu haben scheint....
Nach einigem Herumprobieren kam ich darauf, daß man in dem Script /usr/bin/wt2? die Download-Adresse für die Schriften ( http://corefonts.sourceforge.net/ bzw. http://umn.dl.sourceforge.net/sourceforge/corefonts/ ) z. B. durch "<a title=""" href="http://puzzle.dl.sourceforge.net/sourceforge/corefonts/">"" ersetzt (mag sein, daß diese Adresse regelmäßig geändert wird). Bei mir ging es damit aber auch über Wochen sehr gut (scheint von daher also nicht ganz so willkürlich zu sein). Gleich zu Beginn des Skriptes gibt es den Eintrag:
SFMIRROR="http://puzzle.dl.sourceforge.net/sourceforge/"
. Dort ist auf jeden Fall der abschließende Slash zu entfernen! Anschließend ließen sich alle Schriften (ich glaub, es sind 10) reibungslos installieren.
Auch die Installation des Internet-Explorer lief dann glatt durch.

III.) Der Erste Start

Nach solcher Arbeit mag man sich schließlich genüßlich zurücklehnen und die Früchte seiner Arbeit genießen! (sprich: einfach mal im ~/bin - Verzeichnis mittels ie6 den Explorer starten), aber was ist das? Es kommt nur ein 3-Zeiler der sagt, daß wine als wine läuft! So, so! Also doch eine andere Version installieren? Irgendwelche Bibliotheken falsch? Wieder ne 1/4 Stunde herum warten? Mitnichten!

Das liegt dann wohl daran, daß die winetools wohl ursprünglich für englischsprachige User geschrieben wurden. Und hier wird von Windows in der englischen Version wie bekannt in program files installiert, während im deutschen das ganze unter Programme landet! Die Winetools berücksichtigen nur die englischsprachige Version.
Man muß also entweder in /usr/share/winetools/scripts als root die Skripte entsprechend abändern oder im ~/bin - Verzeichnis für die installierten Programme.
Aber dann klappt das (weitgehend) reibungslos - mal abgesehen davon, daß sich der Internet-Explorer unter Wine nun wirklich nicht mehr als produktiver Browser einsetzen läßt (das Umschalten von z. B. Historie- in Favoritenleiste kann nicht gerade überzeugen und man merkt wie die Programm- und Seitenaufrufe "sich voran arbeiten".... das geht allerdings auch unter CrossOverOffice nicht eleganter vonstatten!)
Aber insgesamt bin ich erstaunt, wieviel Vorarbeit einem die Winetools abnehmen können, so daß man mit ein wenig Vorarbeit fast auf den Stand von Crossoveroffice zu kommen scheint - (aber vielleicht ist das jetzt ja auch nur eine etwas voreilige Meinung! ).

IV.) Pakete sperren

Ganz zu Beginn hatte ich davon gesprochen, wie wichtig es meiner Meinung nach ist, die installierten Pakete vor dem Update zu schützen.
Ich bin nun kein Fachmann und vielleicht habe ich ja etwas übersehen, aber weder das Schützen der Pakete in der graphischen Oberfläche (z. B. in Synaptic mittels "Sperren" scheint mir zu funktionieren (wird anscheinend von einem in der Konsole durchgeführten Dist-upgrade ignoriert zu werden, noch scheint mir die dpkg Option Hold dafür geeignet (wird wiederum von Synaptic ignoriert).

Was sich bei mir bisher bewährt hat (auch, wenn ich von diesem sogenannten "Pinning" überhaupt keine Ahnung habe (das wär mal einen extra-Wiki-Eintrag!), ist ein Eintrag in der Datei /etc/apt/preferences hinzugefügen:

Package: wine
Pin: version 0.0.20050725-winehq-1
Pin-Priority: 1001

Package: libwine
Pin: version 0.0.20050725-winehq-1
Pin-Priority: 1001

Package: winetools
Pin: version 2.1.1-1
Pin-Priority: 1001


Seither wird in Synaptic nicht mehr angemerkt, daß für diese Pakete eine neuere Version vorliegt. Als aktuellste wird die jeweils in der preferences festgelegte angezeigt.

V.) Wine-Verzeichnis im Pfad

Wenn man nun noch in der Datei ~/.bashrc mit der Zeile:

export PATH=$HOME/bin:$PATH

den Suchpfad erweitert, kann man aus jedem Verzeichnis heraus durch Eingabe des jeweiligen Startscriptnamens in ~/bin die Anwendungen ohne Angabe des lästigen Pfades starten.

Linuxsystem Debian
Quelle von Wine http://www.winehq.org/site/download-deb
Version von Wine 0.0.20050725-winehq-1
Quelle von Winetools http://ds80-237-203-29.dedicated.hosteurope.de/wt/winetools-2.1.2-jo.i386.rpm
Version von Winetools 2.1.2-jo.i386.rpm

Anmerkung: Internet Explorer - automatischer Download der IE6-Installationsdateien läuft nicht mehr

Linuxsystem Debian
Quelle von Wine nicht mehr zugänglich
Version von Wine 0.0.20050524-winehq-1
Quelle von Winetools http://ds80-237-203-29.dedicated.hosteurope.de/wt/winetools-2.1.2-jo.i386.rpm
Version von Winetools 2.1.2-jo.i386.rpm

Anmerkung: Internet Explorer - Installation und Start reibungslos, Favoriten-, Such-, Historieleiste läßt sich aber nicht korrekt einblenden

Allen Nachahmern: Viel Erfolg!

Nicht vergessen: Die Winetools haben eine Backup-Funktion, von der man reichlich Gebrauch machen sollte!


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